Geh ich oder geh ich nicht?

Eine Frage, die sich betreffs des Abendmahls in den letzten Monaten nicht gestellt hat, denn es wurde – aufgrund der Corona-Empfehlungen – kein Abendmahl gefeiert.  Zustand ist mit den Konfirmationsgottesdiensten beendet worden, weil sich der Kirchenvorstand einen Konfirmation ohne Abendmahl nicht vorstellen konnte und wollte.

Ein ausgeklügeltes Hygienekonzept ist erstellt worden, das eine höchstmögliche Sicherheit bietet: die Brotoblate wird mit einer Gebäckzange gereicht, selbstverständlich Masken beim Austeilen getragen (nicht beim Empfangen), etc. Natürlich wird und muss jeder und jede für sich entscheiden, ob er/sie am Abendmahl teilnimmt – und das ist gut so. Aber es gibt sie wieder, die Möglichkeit, und das ist auch gut.

Jahreslosung 2020

Ich glaube; hilf meinem Unglauben!

Markus 9,24

„Die Minsker wollen kommen.“ 

Erstmal ein Grund zur Freude, den Chor unserer Partnergemeinde „Aller Betrübten Freude“ mit ihrer Chorleiterin Olga Yanum aus Minsk mal wieder bei uns zu Besuch haben zu dürfen. Doch dann geht es in die nicht immer ganz einfache Planung: Gastfamilien müssen gefunden und die essenstechnische Versorgung im Gemeindezentrum muss organisiert werden. Wir brauchten Fahrer und Transportfahrzeuge, denn der Chor hatte dieses Mal keinen eigenen Kleinbus dabei. Die schwierigste Aufgabe allerdings ist, Orte zu finden, an denen Konzerte stattfinden könnten.

Denn mit den Konzerten sammelt der Chor Gelder für die diakonische Arbeit in ihrer Gemeinde. Da in Weißrussland behinderte und kranke Menschen nur wenig Unterstützung vom Staat erhalten, versucht die russisch-orthodoxe Kirche,  diese Lücke zu füllen. Unserer Kirchenältesten und Verantwortlichen für den Arbeitskreis Minsk, Christiane Stoyke, war es aber nach vielen, vielen Telefonaten gelungen, ein umfangreiches Programm für den Chor zusammenzustellen.

Als vor 11 Jahren der Chor zum ersten Mal unsere Gemeinde besuchte, war alles noch ein bisschen fremd und ungewohnt. Inzwischen freuen sich die Gastfamilien auf „ihre“ Mädels oder Jungs aus dem Chor. Zwar sind auch immer „Neue“ dabei, aber die wissen schon im Vorfeld, wie es in Kachtenhausen zugeht und fühlen sich deshalb offensichtlich schnell wohl bei uns.  Billiardtisch und der Kicker im Jugendkeller tragen dabei nicht unwesentlich zu einer entspannten Atmosphäre bei. Da werden aus hochkonzentrierten Chorsängern schnell spielende und rumalbernde junge Erwachsene, die, wenn sie zum Essen gerufen werden, sofort wieder umschalten können und mit Inbrunst das „Vater unser“ als Tischgebet singen. Was bei uns Mitarbeitern immer wieder ein Gänsehautgefühl hervorruft. Zum Glück haben wir außer unserer langjährigen Dolmetscherin  Svetlana Begemann noch andere russisch sprechende Menschen in unserer Gemeinde, sodass es kaum Verständigungsschwierigkeiten gibt  und so die gemeinsamen Abende mit dem Chor stets ein interessanter Austausch zwischen ev.-ref. Kachtenhausen und russisch-orthodox Minsk bzw. zwischen Lippe und Weißrussland stattfindet. 

Wenn tagsüber mal keine Konzerte stattfinden, zeigen wir dem Chor ein wenig von unserer schönen lippischen Heimat, allerdings darf eine Shoppingtour nicht fehlen, denn in Weißrussland sind die Lebenshaltungskosten sehr hoch. Angesichts der „Beute“, die einige Chormitglieder stolz ihren Gasteltern präsentierten, fragten sich jene, wie das alles in den ohnehin schon prall gefüllten Koffer passen soll. Aber ob man‘s glaubt oder nicht, es gibt Mittel und Wege, es passend zu machen – da kann man nur staunen.

Wenn dann auch das letzte Gepäckstück für den Weg zum Flughafen verstaut ist und unsere Freunde uns zum Abschied ihr Segenslied „Wir wünschen euch viele gute Jahre und viel Gesundheit“ gesungen haben, können wir dankbar auf interessante und aufregende Tage zurückblicken. Tage, die unser Gemeindeleben bereichert haben. Jutta Pankoke

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